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Kirche ist der große Stolz der Riedebecker

30.07.2014

Die Einwohner von Riedebeck sind sichtlich stolz auf ihr Gotteshaus, das schon von weitem sichtbar ist. „Das ist die älteste Kirche in der Umgebung von Luckau. Sie wurde 1198 von den Mönchen von Doberlug erbaut», weiß Edmund Rabe, der förmlich als Fremdenführer dienen könnte. Tatsächlich öffnen die Riedebecker alljährlich im September zum Tag des Offenen Denkmals die Pforten zu ihrer Kirche und stehen Gästen nicht nur an einem solchen Tag mit Erläuterungen zur Verfügung.


Das historische Bauwerk erzielt nicht nur auf Grund seines Alters Aufmerksamkeit. Eindrucksvoll ist die spätgotische Wandmalerei, die im 15. Jahrhundert angebracht wurde sowie die beiden Altare und der Taufstein aus dem Jahre 1879. «Der Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert ist äußerst wertvoll und wurde vor zwei Jahren restauriert» , so Rabe.


Ausgerechnet die seltene Wandmalerei ist durch einen Dachschaden vor einigen Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Seit 1992 allerdings wird die Kirche einer Sanierung unterzogen. Nach der Dacheindeckung wurde eine neue Holzdecke eingebracht. Im vergangenen Jahr wurden zudem neue Fenster eingebaut.


Ortsbürgermeister Bernd Lorenz hofft nun, dass in diesem Jahr Geld für die Restaurierung der Kirchhofmauer ausgegeben werden kann: «Wir planen das schon seit zwei Jahren. Die Sanierung der Mauer ist dringend nötig.»
«Wir können auch wieder läuten. Zwei Männer müssen dann an der großen Glocke ziehen», beschreibt Edmund Rabe den Aufwand zu bestimmten Höhepunkten.

 

1971 hatten Glockenbauer aus Apolda das Glockenjoch mit einem Kugellager versehen, sodass das Läuten mit Hilfe eines Seiles wieder möglich wurde. Die Kirchenglocke erklingt in Riedebeck nicht nur zu den Gottesdiensten, die alle drei bis vier Wochen stattfinden, und zu christlichen Höhepunkten wie Weihnachten. Erst zu Ostern riefen sie zu einer Taufe, im vergangenen Jahr zu einer Hochzeit und im Winter zu einer Beerdigung. Die Einwohner verweisen darauf, dass die Verstorbenen wie zu alter Zeit direkt auf dem Kirchhof und nicht auf einem abgelegenen Friedhof beerdigt werden. Die Feierhalle steht in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche. Sie erhielt vor zwei Jahren einen neuen Putz, Elektrik und ein neues Dach.


«Unsere Kirche wird aber auch zu kulturellen Veranstaltungen genutzt», berichtet Kirchenälteste Ilse Melcher. Im vergangenen Sommer fand ein Panflötenkonzert und ein Jahr zuvor ein Gospelkonzert statt. «Zu solchen Höhepunkten schmücken wir gemeinsam die Kirche, fast alle geben dann Blumen aus ihren Gärten», erzählt Ilse Melcher, die auf das gepflegte Umfeld der Kirche aufmerksam macht. Am 24. April findet hier der nächste Gottesdienst statt.

 

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