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Kirche Pitschen-Pickel

Kirche in Pitschen-PickelBis ins 19. Jh. gehörten die Dörfer Pitschen und Pickel zu verschiedenen Gutsherrschaften. Pitschen war lange mit dem Nachbardorf Falkenberg verbunden, Pickel mit Uckro und Paserin. Erst 1967 wurden die beiden Teile Pitschen und Pickel zu einem Dorf vereinigt. Die Kirche in Pitschen ist ein rechteckiger, spätmittelalterlicher Feldsteinbau des 15. Jahrhunderts. Die größere Mauerstärke im Westteil läßt auf die ursprüngliche Anlage eines Westturms schließen. Ein Brand am 22. August 1675 zerstörte jedoch dieses erste Bauwerk, sodaß es ab 1676 zu einem veränderten Neuaufbau unter Hinzufügung der südöstlichen Patronatsloge in Backstein kam. Mit Ausnahme der 1983 verputzten Südwand ist das historische Feldsteinmauerwerk noch sichtbar. Den verbretterten westlichen Dachturm hat man erst 1735/36 errichtet und ursprünglich durch eine Haube und Laterne abgeschlossen. Am Ende des 2. Weltkrieges wurde die Kirchturmhaube beschädigt und 1950 vereinfacht in Holz wiederhergestellt, welches man 1972 durch eine Kupferabdeckung ersetzte. Die Kirche besitzt drei Glocken: die älteste in Bronze stammt von 1680, die beiden jüngeren wurden 1952/53 in Stahl ergänzt.

 

Im Innern der Kirche gibt es unter der verputzten Flachdecke eine kurze Hufeisenempore von 1706. Auf ihr befindet sich ein barocker Orgelprospekt von 1734, dahinter steht jedoch ein Werk der Firma Schuke von 1905. Kanzel und Altar waren ursprünglich getrennt. Der Aufsatz wurde 1684 unter dem Patronat der Margaretha von Stutterheim errichtet und zeigt in der Predella ein ovales Abendmahl. Am polygonalen Kanzelkorb von 1725/26 erkennt man den Salvator (lat. „Retter, Heiler”) zwischen paarweise angeordneten Evangelisten, die von Laubsäulen flankiert werden. Die geflügelten Engelköpfe unter den Säulen besitzen Ähnlichkeit mit jenen am Altar in St. Nikolai/Luckau von Abraham Jäger. Auf dem Schalldeckel sitzt eine Volutenkrone. Pastoren- und Beichtstuhl seitlich des Altars zeigen in ihren Brüstungsfeldern Gemälde des Luckauer Malers Christian Zimmermann. Von ihm stammen auch die Apostelbilder am Ältestengestühl. Sie wurden bei einer Restaurierung 1965 wieder freigelegt. Die Taufe mit ihrem kannelierten Säulenstumpf dürfte der Zeit um 1800 entstammen. In den Laibungen der Tür hinter dem Altar finden sich Reste eines Grabsteins aus gebranntem Ton für Hans v. Stauchwitz (†1598). Links daneben hat man einen Kindergrabstein von 1630 eingemauert. In die Nordwand ist ein eiserner Kollektenkasten mit Schlitzeinwurf und 3-facher Verriegelung eingelassen. Auf dem dortigen Wandvorsprung steht eine sogen. „Schöne Madonna“ aus der Zeit um 1400 mit Resten alter Fassung, deren Herkunft unklar ist.

 

(Annegret Gehrmann 2013)

 

Quellen:

  • Georg Dehio: Handbuch der dt. Kunstdenkmäler, Brandenburg; bearbeitet von Gerhard Vinken u. a.; Deutscher Kunstverlag 2000

 

  • Jung/ Spatz: Die Kunstdenkmäler der Prov. Brandenburg, Berlin 1917, Band 5, Teil 1: Kreis Luckau

 

  • Notizen von Pfr.i.R. Schenck

 

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