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Kirche Uckro

Kirche in UckroAm Ende des 14./ zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden das rechteckige Langhaus der Kirche mit eingezogenem Chor sowie der Unterbau des Westturms in Feldstein errichtet. Während eines Umbaus im 1. Drittel des 18. Jh. fügte man im Norden eine barocke Patronatsloge aus verputztem Backstein an (Sanierung 2010-11). Im Schiff schuf man eine halbkreisförmige Ausbauchung nahe der Südostecke für den Kanzelaufgang und vergrößerte die Fenster. Wahrscheinlich gleichzeitig entstand auch der Turmaufsatz in Fachwerk mit Schweifhaube und Laterne. Nach einer Fachwerkreparatur 1776 mußten Turmhaube und Fachwerk Ende 2003 erneut aufwendig erneuert und saniert werden.

 

Der Altaraufsatz (um 1700) stammt von dem Calauer Kunsttischler Georg Wolschke und dem Lübbener Faßmaler Michael Scharbe. Er zeigt einen für die Entstehungszeit ungewöhnlichen Aufbau sowie reiche und künstlerisch entwickelte Gemälde. In der Predella ist zwischen rahmenden Akanthusblättern das Abendmahl dargestellt. Das Hauptgeschoß ist durch Weinlaubsäulen in drei Felder geteilt – in der Mitte die Kreuzigung mit Maria und Johannes, flankiert von großen Darstellungen der Geburt und der Auferstehung. Im sog. Auszug befindet sich die Himmelfahrt Christi, begleitet von zwei freistehenden Engeln mit den Leidenswerkzeugen Geißelsäule und Kreuz. Bekrönt wird der Altaraufbau von einer strahlenden Sonne. Bei einer Neufassung/Übermalung des Altars Mitte der 70er Jahre wurde leider der ursprüngliche Charakter nicht gewahrt, zudem fehlen die seitlichen Altarwangen.
In der Ostwand hinter dem Altar gibt es eine gotische Sakramentsnische.
Die an den Ecken mit Säulchen besetzte Kanzel dürfte ebenfalls ein Werk von Georg Wolschke sein. Auf ihrem kronenförmigen Schalldeckel steht ein Posaunenengel. Dazu gehört ein Pastorenstuhl mit dem Stifterwappen von Siegmund Seyfried v. d. Dahm (1644-1710). Im durchbrochenen Rankenwerk ist sein Monogramm VDD zu erkennen. Er war zur Zeit der barocken Kirchenumgestaltung Landeshauptmann des Markgraftums Niederlausitz. Sein hölzernes, ovales Totenschild mit reich geschnitzter Umrahmung hängt links vor dem Altarraum. Die hölzerne Taufe in Tischform stammt aus dem 18. Jh. Die farbigen Glasmalereien in den Südfenstern sind ein Geschenk der Margarete von Uckro aus dem Jahr 1911 und zeigen „Den sinkenden Petrus“ und „Christus in Gethsemane“. Zwischen ihnen hängt ein qualitätvoller, fast  lebensgroßer Kruzifixus aus dem 16. Jh. Auf der Westempore steht hinter einem barocken Orgelprospekt ein Werk der Firma Schuke/Potsdam von 1904/05. An der Wand darunter befindet sich die hölzerne Totentafel für Joh. Ernst Siegismund v. Rex (1744-1756) mit einem Brustbild des jungen Verstorbenen vor gemalter Draperie. Die Tafel wurde infolge der aufwendigen Sanierung der Patronatsloge (2010/11) umgesetzt. Zwei weitere Kindergrabsteine der Familie v. Rex sind in die Wände der nordöstlichen Schiffsecke neben dem ehemaligen Logenzugang (heute Winterkirche) eingelassen. Beim Stein auf der nördlichen Wand handelt es sich um Wilhelmine Charlotte Christiana Rex (1729-1732), der östliche ist für die ältere Schwester Eleonora Sophia (geb und gest. 1726).

 

(Annegret Gehrmann 2013)

 

Quellen:

  • Georg Dehio: Handbuch der dt. Kunstdenkmäler, Brandenburg; bearbeitet von Gerhard Vinken u. a.; Deutscher Kunstverlag 2000

 

  • Jung/ Spatz: Die Kunstdenkmäler der Prov. Brandenburg, Berlin 1917, Band 5, Teil 1: Kreis Luckau

 

  • Taufengel in Brandenburg; Brdbg. Landesamt für Denkmalpflege u. Archäolog. Landesmuseum, Michael Imhof Verlag 2006

 

  • Notizen von Pfr.i.R. Schenck

 

Bilder und Texte zu Sanierungen und Restaurierungen in der Kirche Uckro finden Sie unter:

 

Erinnerungen an kulturelle Ereignisse in Uckro finden Sie hier.

Die Uckroer Schuke-Orgel wurde 2012 auf CD eingespielt.

 

Hier gelangen Sie zu den Fotos der Kirche Uckro.